Mit dem Ammersee Denkerhaus auf der cowork 2017

Coworking ist ein facettenreiches Thema mit inzwischen großer Reife. Coworker sind interessante, einfach coole Leute, deren Sinnverwandtschaft für so etwas wie eine verschworene Gemeinschaft sorgt. Coworking-Konferenzen sind inspirierend, motivierend – mit großem Spaß- und Wohlfühlfaktor – deren Neuauflage im nächsten Jahr man schon bei der Heimreise herbeisehnt. – Das ist mein Resümee der cowork 2017, notiert von einem überzeugten Coworker, Mitgründer und -betreiber eines der ersten Coworking Spaces auf dem Lande, dem Ammersee Denkerhaus.

Am vergangenen Wochenende (31. März – 2. April) war ich bei der diesjährigen Coworking-Konferenz „cowork 2017“ in Leipzig mit geschätzt wohl über 100 Coworkern aus allen Teilen Deutschlands – von Bremen bis Dießen am Ammersee – dabei. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und enger zu vernetzen, die Gastfreundschaft und professionelle Gastgeberschaft der Kollegen vom Social Impact Lab und vom Basislager Coworking in Leipzig zu genießen, war allemal eine Flixbus-Reise in die Boomtown an der Pleiße wert. Ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten, inklusive dem Orgateam der German Coworking Federation und den Sponsoren!

Zwei Highlights hatte die cowork 2017 für mich: das Barcamp am Samstag und den Vortrag „Stadt – Land – Flucht? Coworking Spaces und Kreativzellen als Handlungsfelder“ von Prof. Reiner Schmidt, HS Anhalt.

Barcamps faszinieren mich schon lange, das cowork2017-Barcamp am Samstag war eines der besten, die ich bisher erlebt habe. Die enorm vielfältigen Sessionangebote spiegelten auch meine brennenden Themen wider. Was soll auch nicht wichtig sein an solchen Themen wie: „Feel Good Konzepte fürs Coworking Space“, „Coworking Spaces im Arbeitsmarkt“, „Kritische Betrachtung der Medienberichte über Coworking“, „Genossenschaft als Betreibermodell“, „Coworking auf dem Lande“, „Organisation & Automatisation der Prozesse in Coworking Spaces“, „Maker-Labs“, „Synergien von Coworking Spaces und Bibliotheken“, „Coworking Academy“ etc. Da fiel die Entscheidung zwischen jeweils fünf parallel angesetzten Sessions verdammt schwer.

Eingestiegen bin ich mit der Session „Coworking – Eltern & Kinder“. Die Coworking Spaces KrämerLoft aus Erfurt und co-work-play aus Frankfurt/Main teilten ihre Erfahrungen mit einem Thema, das ich auch für ein Coworking Space wie das Ammersee Denkerhaus „auf dem Lande“ für richtungsweisend halte. Gute Ideen, reiche Erfahrungen aus zwei ganz unterschiedlichen Ansätzen und natürlich viel Motivation für ein komplexes Thema habe ich aus dieser Session mitgenommen. Es geht etwas! Es braucht Kreativität, macht Mühe und wird reich belohnt: mit zufriedenen Eltern und strahlenden Kinderaugen! – Danke den Session-Geberinnen, Bianca und Jana!

„Roaming“ als ein Ansatz, Coworking-Spaces bundesweit, fern der Heimat, Coworkern mit ihrem Heimticket zur Nutzung anzubieten, war Thema einer weiteren Session. Bei solch einem Vernetzungsthema musste ich unbedingt dabei sein! Aber auch diesmal kamen wir über Willensbekundungen und Neugierde auf eventuelle Fortschritte nicht hinaus. Jeder scheut davor zurück, ein administratives Monster zu kreieren – zum Glück! Ob es wirklich einmal zu einem in allen Coworking Spaces anerkannten, akzeptierten „Coworker-Pass“ kommen wird? Wir sind davon noch weit entfernt. Interessant war die Diskussion aber allemal: schon die unterschiedlichen Ansätze beim Herangehen ans Thema – die einen kamen aus der Betreiber-, die anderen aus der Kundensicht – waren höchst interessant.

Am Nachmittag schließlich konnte ich in einer dritten Session, Thema „Genossenschaft als Betreibermodell“ für Coworking Spaces, unsere Erfahrungen mit der Ammersee Denkerhaus eG beisteuern. Für mich war es eine interessante Erkenntnis, dass wir am Ammersee mit unserer Genossenschaft ziemliche Exoten in der Szene sind, es überwiegen deutlich GmbHs. In der Runde erläuterte ich unsere guten Gründe für die Genossenschaftsentscheidung, warnte aber vor Illusionen: Auch in Genossenschaften ist eine aktive Beteiligung kein Automatismus. Ich bin gespannt, ob sich bei nächsten Coworking-Konferenzen der Anteil von Genossenschaften erhöht haben wird.

Am Sonntagvormittag hatte die cowork 2017 noch ein weiteres echtes Highlight zu bieten: Den Vortrag „Stadt – Land – Flucht? Coworking Spaces und Kreativzellen als Handlungsfelder“ von Prof. Reiner Schmidt, HS Anhalt, mit höchst spannenden Diskussionsansätzen. Das Vortragsthema „Coworking Spaces und Kreativzellen“ ließ sich wunderbar vom städtischen Kontext („Metropolen“) auf den „ländlichen Raum“ ausweiten. – Das ist mein Thema!: Wie können Coworking Spaces zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung im ländlichen Raum beitragen? Welche Rolle spielen dabei „Kreativwirtschaft“, „Kreativzellen“, aber auch Stadt- bzw. Regionalentwicklung? Wo gibt es interessante, erfolgreiche Beispiele? Wer beschäftigt sich noch mit diesen Fragen? – Auch hier hatte die Coworking-Konferenz 2017 echt viel zu bieten: tollen Input, passgenaue Kontakte.

Wie gesagt, man sehnt sich schon nach der cowork 2018…

#ddjmonaco: Knowledge-Sharing vom Allerfeinsten

Donnerstagbend war ich im Verlag des Münchner Merkur bei einem weiteren #ddjmonaco-Treffen, einer großartigen Runde zu Datenjournalismus und digitalem Storytelling in der Landeshauptstadt. Großartig aus mehreren Gründen: Dort treffen sich meist junge Datenjournalisten und teilen mit ihren Projektberichten beachtliches Knowhow. Knowledge-Sharing vom Allerfeinsten. Diesmal erlebte ich Arbeiten von Merkur-Online, von siekommen.org und von „München Transparent“.

Gastgeber Markus Knall, Leiter Online-Redaktion des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen, stellte „München und seine 477 Stadtviertel“ vor. Dieses Daten-Projekt von Merkur.de und tz.de zu Münchens „unbekannten“ Stadtvierteln basiert auf einer sehr feingliedrigen Landkarte, die die Landeshauptstatt in 477 Teilfllächen gliedert. Diese Karte war als Rohling den Datenjournalisten anvertraut worden. Viele der zahllosen Flächen im Stadtplan trugen und tragen teils heute noch keinen Namen – und daraus spannen die Merkur-/tz-Datenjournis ihre Geschichte(n). Neben der Entstehungsgeschichte des Projektes war für mich das geschilderte Zusammenspiel von Online- und Print-Redaktionen besonders interessant. Eine gedruckte Zeitung zum Beispiel kann eine derartig fein gegliederte Karte gar nicht so aussagekräftig in ihre Leserschaft transportieren – hier ist Online klar im Vorteil. Was aber kann Print dennoch aus so einer Datengeschichte ziehen? Und nutzen Printredaktionen diese innovativen Datengeschichten? Dass das auch heute noch keine Selbstverständlichkeit oder gar ein Selbstläufer ist, hat mich doch überrascht.

Das zweite Beispiel des Abends stellte das junge Team von siekommen.org vor, Journalistikstudentinnen, die eine datenjournalistische Medienanalyse zur EU-Freizügigkeit professionell erstellt und auf dem absolut sehenswerten – auch grafisch sehr gelungenen – Portal www.siekommen.org veröffentlicht haben. Eine akribische wie engagierte Arbeit mit einem sehens- und lesenswerten Ergebnis! Beeindruckend nicht nur das handwerkliche Können, beeindruckend auch das selbstverständliche kritische Hinterfragen des Tuns der „erwachsenen“ schreibenden Zunft. Dass hier einiges im Argen liegt, Kriminalität von Bulgaren und Rumänen in Zeitungsbeiträgen unbegründet aufgebauscht und damit ein schiefes Bild gemalt wurde, haben die Datenjournalistinnen anhand von analysierten Daten deutlich gemacht. Dass diese Erkenntnisse bei den Verantwortlichen schließlich auch etwas bewegen mögen, bleibt zu wünschen.

In einem dritten Vortrag stellte das Team von München Transparent, Tobias Hößl und Konstantin Schütze, das von ihnen entwickelte Open-Data-Portal der Stadt München vor. Als Open-Data-Anhänger und ehemaliger lokalpolitischer Blogger gerate ich hier ins Schwärmen: In einer immens fleißigen, professionellen wie kreativen Arbeit wurde – ehrenamtlich! – eine Informationsquelle im Netz geschaffen, die die Prädikate „bürgernah“ und „nutzerfreundlich“ verdient. Der dabei gewählte Ansatz, mit den Ownern des Münchner Ratsinformationssystems (RIS) zusammenzuarbeiten, ist Grundlage für diesen Erfolg. Dieser verdient Anerkennung für beide beteiligten Seiten. „München Transparent“ ist ein fantastisches Beispiel (unbedingt anschauen!!), wie echte Online-Bürgerinformation und -kommunikation aussehen kann. Diese Open-Source-Lösung möge landauf landab viele Nachfolger finden!

Journalisten & Blogger: Gleiche Rechte und Pflichten!

Von wegen Sommerloch! Die #Landesverrat Ereignisse geben keine Ruhe. Sie bescheren uns auch eine medienrechtliche Debatte, die mancher als antiquiert bezeichnet. Ich halte sie dennoch für wichtig und richtig, hochinteresssant und längst entscheidungsreif: Sollen Journalisten und Blogger dieselben Privilegien besitzen?

Die Medienwelt hat sich dramatisch verändert. Diese unumkehrbare, Fakten schaffende, rasant fortschreitende Entwicklung muss in dieser konkreten – und in so mancher anderen – medienrechtlichen Regelung endlich ihren Niederschlag finden. Die Gesetzgeber aber tippeln hinter einem rasenden Express hinterher, scheint es mir. Wo sind denn dort jene Kompetenzen, Regeln entsprechend der neuen Realitäten zu schaffen?

Im aktuellen Fall plädiere ich, der selbst zehn Jahre „ehrenamtlich“ kommunalpolitisch gebloggt hat, für diese Regelung: Grundsätzlich sollen gleiche Rechte und gleiche Pflichten für Journalisten und Blogger gelten! Während manche Edelfeder gar noch Journalisten über Blogger hebt, unterscheidet mancher Medienrechtler in der Debatte feiner: Sie wollen berufliche anders als Freizeit-Blogger sehen, um den einen die Privilegien der über die Meinungsfreiheit hinausgehenden Pressefreiheit zuzuerkennen und den anderen nicht.

Hier tut sich nach meiner Sicht der Dinge wieder einmal ein unendlich weites (Ressourcen verschlingendes) Feld für Rechtstreitigkeiten auf, das ich auf gar keinen Fall urbar machen würde. Gleiche Rechte und Pflichten für Journalisten und Blogger! Punkt. Zugleich ist endlich dafür zu sorgen, dass alle Blogger ein Bewusstsein entwickeln können: Sie müssen Sorgfaltspflichten nachkommen und mit den elementaren Regeln des Pressekodex vertraut sein – genauso wie jeder Journalist es sein muss (müsste).

„Medienkunde“ vom Schulfach bis zum ständigen Bildungsthema unserer gesamten Gesellschaft ist überfällig; bei Bürgern genauso wie bei Politikern.

Vereinsnachrichten im „Controller Magazin“

Alle zwei Monate erscheint das Controller Magazin, die „meistgelesene Fachzeitschrift für Controller“, wie es der Haufe-Verlag formuliert. Für die weit mehr als 4.000 deutschsprachigen Mitglieder des Internationalen Controller Vereins (ICV) ist im Jahresbeitrag das CM-Abonnement enthalten.

Jedes Heft kommt mit zehn ICV-Seiten heraus, dieser Tage arbeite ich an der nächsten Ausgabe September/Oktober. Alle zwei Monate stelle ich hier mit einer Kollegin Nachrichten zum Geschehen im Verein zusammen. Unsere Aufgabe ist es, einen interessanten Mix aus Vorstands-News, Veranstaltungsberichten und -ankündigungen – ob Congress, Regionaltagung oder Arbeitskreis-Treffen – mit Personalien, Publikations-Neuigkeiten und prägnanten fachlichen Informationen zu erstellen. Dabei stützen wir uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zumeist mit den Leitern der mehr als 70 ICV-Arbeitskreise in 14 Ländern. Zusammenkünfte mit ihnen nutzen wir immer wieder, grundsätzliche Anforderungen an journalistische Texte und Bilder zu vermitteln; eine interesssante Aufgabe, die viel Spaß macht und Früchte trägt.

Wer die Vereinsseiten im CM am Beispiel der Ausgabe Juni/Juli 2015 einmal anschauen möchte, kann hier klicken (PDF): ICV_CM_2015_ICVimCM4

Dießen am Ammersee

RegenbogenArbeiten, wo andere Urlaub machen. – Der Ammersee vor der Haustür ist in diesem heißen Sommer ein ganz besonderes Glück. Gestern Abend ist mir bei einem erfrischenden Gewitter dieser Schnappschuss gelungen.

Sehenswert: „Journalism in the Age of Data“

Auch, wenn dieses Video der Stanford University bereits aus dem Jahr 2010 stammt, ist die hier gezeigte 54-minütige Einführung in das Thema „Journalism in the Age of Data“ sehenswert. Sie gibt in 8 Kapiteln eine Übersicht über Datenvisualisierung als Storytelling-Medium: Einführung, Datenvisualisierung im Journalismus, Erzählen von „Daten Sories“, Neue Ära der Infografiken, das Leben als Datenstream, Exploring Data, Technologien und Werkzeuge, Erste Schritte. Dabei kommen vor allem US-amerikanische und britische sowie einige europäische Koryphäen zu Wort. Es werden beeindruckende Beispiele gezeigt und – ganz wesentlich – im Screen erscheinen weiterführende Links sowie kurze Erläuterungen zu den gerade sprechenden Experten von BBC über Google, IBM und Microsoft bis hin zu Guardian und Washington Post.

Was das Video auch klar macht: Selbst wenn sich alles Datennmaterial in Grafiken darstellen lässt, bleibt aber immer die Frage, ob die Betrachter damit etwas anfangen können. Und: Vor allem braucht es unabhängig von den technischen Möglichkeiten immer menschliches Denken, die (visualisierten) Daten zu analysieren und die darin steckende Story zu recherchieren und zu erzählen.

Ein ganz spannendes Thema – und gar nicht weit entfernt vom Controlling…

Ein packendes Qualifying: Wer erobert die Poleposition beim „Vertrauen“?

Wer redet dieser Tage eigentlich nicht von der „Währung Vertrauen“? Ausgerechnet die große, Wahlversprechen realpolitisch vergessende Politik legt in der Auseinandersetzung mit der rebellischen griechischen Regierung größten Wert darauf. – Für Medienleute und Öffentlichkeitsarbeiter jedenfalls ist „Vertrauen“ unbestritten elementar: Ohne diese Leitwährung gibt es weder Einschaltquoten, Verkaufserlöse noch Aufmerksamkeit für Themen und Stories.

Passend lese ich da vom Edelmann Trust Barometer 2015. Die internationale PR-Agentur Edelmann misst seit 15 Jahren weltweit Vertrauen – natürlich auch in die Medien. Die neuesten Ergebnisse lassen aufhorchen: Als vertrauenswürdigste Absender von Nachrichten und Hintergrundberichten rangieren erstmals nicht mehr die traditionellen Medien. An deren Poleposition haben sich Suchmaschinen gesetzt. Mit 64% vertrauen mehr Menschen Google & Co. als traditionellen Medien wie „New York Times“ oder „Sun“, ist da zu lesen.

Allerdings, noch nicht so in Deutschland: Hier vertrauen 66% den traditionellen Medien, erst 47% der eigenen Onlinesuche. German Medienleuten und Öffentlichkeitsarbeitern bleibt also scheinbar Zeit, „Neuland“ zu gestalten.

Der Vertrauens-Wandel läuft nicht erst seit heute. Seit Jahren bedeutet er für Öffentlichkeitsarbeiter wie mich Risiko und Chance. Bei Edelmann heißt es zur deutschen Situation, zum einen könnte man noch „so weitermachen wie bisher“ – und man müsse es sogar: Denn Vertrauen aufzubauen, brauche hierzulande (noch mehrheitlich, der Autor) die traditionellen Medien. Bei allem Qualifyingfieber darf nicht überpaced werden: Es sind immer noch vor allem traditionelle Medien, die aktuelle Inhalte – auch online – bereitstellen. Zum anderen kämen wir nicht weit, wenn wir nur auf diese setzen, denn immer mehr wird der eigenen Recherche der größte Glauben geschenkt.

Mein Credo seit Jahren: Journalisten klassischer Medien müssen von Themen genauso überzeugt werden, wie etwa Suchmaschinen nutzende Surfer, damit sie Vertrauen fassen. Bei letzteren sehe ich hier eine Riesenchance, direkt ans Ziel zu kommen – die Gatekeeper der traditionellen Medien büßen ihre übermächtige Position ein. Es gilt dennoch: Ganz gleich, ob wir traditionelle Medien oder Suchmaschinen adressieren, und ganz gleich, ob wir es Aufmerksamkeit oder Reichweite nennen: Es braucht parallel den professionellen Einsatz neuer Werkzeuge, wie Social Media, Content Marketing, SEO etc.

Den Beitrag der Unternehmenskommunikation zur Wertschöpfung mit „Integrated Reporting“ verorten?

Spannendes Neuland beim Treffen des Fachkreises Kommunikations-Controlling des Internationalen Controller Vereins (ICV) am vergangenen Donnerstag und Freitag in Leipzig betreten: Was ist „Integrated Reporting“ und kann IR unserem Konzept vom Kommunikations-Controlling weiterhelfen?

IR ist ein derzeit stark an Bedeutung gewinnendes Berichterstattungskonzept, das sowohl auf quantitative als auch auf qualitative Aspekte des betrieblichen Handelns eingeht. Integrated Reporting strebt die Verknüpfung der Finanz- mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung an. Anders als die aus dem HGB resultierende Pflicht, als große Kapitalgesellschaft im Lagebericht auf  bedeutsame, auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren einzugehen, geht es hier darum, bislang „isolierte“ Teile der Berichterstattung miteinander in Beziehung zu setzen und so ein ganzheitliches Unternehmensbild zu zeigen. Nicht mehr Informationen sind das Ziel, sondern eine verbesserte Informationsqualität. Die Wirkung soll über die bloße Berichterstattung weit hinaus  reichen; es soll intern mit diesen integrierten Größen gesteuert werden. Beim IR gibt es einen vom International Integrated Reporting Council (IIRC) international vorgeschlagenen Orientierungsrahmen; ein Rahmenkonzept für das Integrated Reporting mit einem prinzipienbasierten Ansatz. Dieser enthält aber keine detaillierte Auflistung konkreter Berichterstattungselemente; Unternehmen sollen anhand eines einheitlichen Rahmens ihren integrierten Bericht individuell ausgestaltet erstellen.

Anderthalb Tage haben wir uns im Fachkreis, wiederholt hier in Arbeitsgruppen, zu diesem Arbeitsauftrag die Köpfe heiß geredet: „Chancen erkennen (konkretisieren und dokumentieren), mithilfe des Integrated Reporting Frameworks die Beiträge der Unternehmenskommunikation zur Wertschöpfung in die Unternehmensführung zu integrieren.“ Im FAK-Workshop haben wir eine Matrix entworfen und durchgespielt, die 6 Vermögensarten (Finanz-, produziertes, intellektuelles, Human-, soziales & Beziehungs- sowie Natur-Vermögen) im Verhältnis zu verschiedenen Stakeholdern (die wiederum in primäre und sekundäre Gruppen unterteilt wurden) betrachtet.

Mit noch nur wenig Abstand zum Erlebten und unseren Diskussionen meine ich, hier bietet sich eine interessante Perspektive, die Kommunikationsbeiträge zur Wertschöpfung „zu verorten“. Ob und wie dieser interessante Ansatz im Fachkreis weiter verfolgt wird, darüber berät nun der FAK-Leitungskreis.

Ich bin gespannt.

FAK KC Sander LeipzigÜber den Dächern einer wunderbaren Stadt: In der Mittagspause der FAK-Sitzung hatten die Gastgeber vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig eine exklusive Führung auf den Turm der weltberühmten Thomaskirche organisiert.

Medienmacher machen

Ein spannendes Thema sind für mich immer wieder die „medienrechtlichen Konsequenzen“ daraus, wenn ich als Kommunikations-Berater meine Partner selbst zu Medienmachern mache. Mit der Website, dem Corporate Blog, mit der Facebook-Seite, dem Twitter-Account und dem eigenen eNewsetter also das selber machen, was früher klassischen Medien vorbehalten war.

Hier lauern nach meinen Erfahrungen so gut wie an jeder Ecke rechtliche Herausforderungen. Antworten sind gefragt, wie z.B. mit urheberrechtlichen Fallstricken umzugehen ist. Die sind zumindest für die meisten Beratungspartner neu; gehören einfach nicht zu deren Kernkompetenz. Sie haben eine Idee, ein Produkt, eine Unternehmung – und marschieren also im alle Möglichkeiten verheißenden Social-Media-Minenfeld los, ohne sich lang und breit über die rechtlichen Rahmenbedingungen Gedanken zu machen. Sie und schon gar nicht ihre Mitarbeiter sind geschult, was z.B. urheberrechtlich erlaubt ist und was nicht. Social Media Guidelines beispielsweise können ihnen und ihren Mitarbeiter helfen, Unternehmensinteressen zu schützen. Das kann die Bewahrung von Unternehmensgeheimnissen betreffen oder auch einfach den Umgang mit Bildern, um etwa Lizenzverstößen vorzubeugen, oder auch den gesetzeskonformen Aufbau und Umgang mit eNewsletter-Verteilern.

In diesem weiten Feld lautet meine Devise: Vor dem Schaden klug sein!